Community Education

Forum Gemma entwickelt Prozessbeschriebe für Generationen / Gemeinwesenarbeit.

Ein Konzept besteht darin, festzuschreiben, was sein soll. Im Unterschied dazu zeigt ein Prozessbeschrieb auf, wie Prozesse angestossen werden können.


Warum nur noch   e i n   Leitbild

  • Obwohl "alles" da ist, werden die Menschen kränker (Stress, Brunout), anfälliger (Allergien), angepasster (Stimmabstinenz, Obrigkeitsgläubig) und ängstlicher (Kein Exponieren, Zivilcourage, Nachts).
  • Verantwortung wird generell an das Umfeld delegiert. Staat, Schulen, Politik usw.
  • Gemeinwesen werden werden ihrem eigentlichen Auftrag immer weniger gerecht. Sie erledigen (müssen) Aufgaben, weitgehend von den BürgerInnen entfernt.
  • Teile der Wirschaft haben sich von Ethik und Verhältnismässigkeit entfernt.
  • Neugier, Mut und positive Fehlerkultur haben in unseren Zukunftskonzepten einen ganz kleinen Stellenwert.
  • Neuste Erkenntnisse der Hirnforschung, Quantenphysik und Philosophie werden schlicht nicht zur Kenntnis genommen.
  • Es gibt unzählige Hilfestellung in Form von Pflästerlipolitik für jedes Phänomen. Zusammenhängende Konzepte und gesellschaftliche Visionen fehlen.
  • Das Glück wird im Individualismus und in der Abgrenzung gesucht. Dies macht Einsam und überfordert das menschliche Wesen.
  • Einzelne Bevölkerungsteile sind überlastert, andere auf dem Abstellg(r)leis oder nicht einbezogen.


Die Ziele daraus

  • Information und Bildung über: Entwicklungsmöglichkeiten, Eigenwirksamkeit, Prägung, Erkenntnisse aus der modernen Forschung, Potentialentfaltung, selbstorganisierende Prozesse usw.
  • Evaluation, Vernetzung und Stärkung der Dienstleistungen in einem Gemeinwesen.
  • Förderung von sich selbstorganisiernde Prozessen, Unterstützungen und Projekte.
  • Neubewertrung von ethischen Zielen wie Gemeinschaft, Zusammenhalt aber auch Freiraum und Möglichkeitgen für Experimente.
  • Neue Definition von: was ist Bildung, über alle Generationen


Visionen und Werte

  • Ein vielfältiges, inspiriertes und farbiges Gemeinwesen
  • Auf Eigenverantwortlichkeit basierende Mitbestimmungs- und Aushandlungskultur
  • Lebendige Freiräume: Eine Kultur der Neugier und Fehlermachens
  • Niederschwellige Foren für Sich kennen, Austausch, Feste, Feiern und Tauschhandel
  • Munteres Miteinander unter den Generationen


Angestrebte Wirkung

  • Aufgestellte Menschen, die sich mit ihrer engeren Heimat identifizieren können
  • Wohlbefinden durch gegenseitige Unterstützungen, Eigenwirksamkeit und Mitbestimmung.
  • Mannigfaltige selbstverwaltete Projekte und Dienstleistungen
  • Mehr ehrenamtliches Engagement und dadurch Einsparungen in der Gemeindekasse
  • Mehr Gemeinschaft und Sinn im Leben


Unser Angebot

  • Konzepte für jedes Gemeinwesen (Dorf, Stadt, Gemeinde, Kanton) individuell angepasst.
  • Umsetzung der Konzepte in Zusammenarbeit mit den örtlichen Verantwortlichen und Organisationen
  • Moderation von Prozessen
  • Auswertungen und Nachhaltigkeit


Vorgehen

  • Analyse der genauen Situation des Gemeinwesen
  • Information und Bildung der zeitgemässen Zukunftskonzepten
  • Beschrieb des auf das Gemeinwesen zugeschnittenen Prozesses
  • Begleitung, Monitoring und Moderation der Prozesse
  • Auswertung und Implemantation der entstandenen


Methoden, Tools

  • klassische Methoden der sozio-kulturellen Animation und der Erwachsenenbildung
  • Ansätze aus der Potentialentfaltung, der Gruppendynmik und der Quantenphysik
  • Ressourcenorientierte Betrachtungsweise
  • Rahmenbedingung für Begeisterung, Innovation und Inspiration

Weitere Beschriebe und Konzepte sind in Bearbeitung. Anfragen nehmen wir gerne entgegen.

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Kom­mu­nale Intel­li­genz - Poten­zi­a­lent­fal­tung in Städ­ten und Gemein­den

Gerald Hüther
Edi­tion Kör­ber Stif­tung
ISBN 978-3-89684-098-1
12 Euro

Was ist eigent­lich eine Kommune?

»Eine Kom­mune, das ist weit mehr als eine Ver­wal­tungs­ein­heit, das sind wir alle«, lau­tet Hüthers lapi­dare Ant­wort. Doch in ihr ver­birgt sich mehr Tiefe, als so man­chem viel­leicht lieb sein mag. Denn eine Kom­mune ist im wahrs­ten Sinne des Wor­tes eine Gemein­schaft. Das könne so Hüther, eine Fami­lie, ein Dorf oder eine Stadt sein. Und sie ist im bes­ten Fall der Lern­ort, an dem wir alle – aber vor allem natür­lich Kin­der und Jugend­li­che – ler­nen: Ler­nen, wer wir sind, wor­auf es im Leben ankommt und wie wir unser Zusam­men­le­ben und unsere Welt gemein­sam gestal­ten können.

Kom­mu­nen, das sind heut­zu­tage und hier­zu­lande aber vie­ler­orts Gemein­schaf­ten, in denen keine krea­tive, in die Zukunft gerich­tete, gemein­schaft­li­che Auf­bruch­stim­mung herrscht. Es sind Ver­wal­tungs­ein­hei­ten, in denen es den Men­schen vor allem dar­auf ankommt, das bis­her Erreichte zu bewah­ren und zu hal­ten. Hier gedeiht keine Inno­va­tion, kein Mit­ein­an­der und keine echte Wei­ter­ent­wick­lung – ori­en­tiert an den wah­ren Pro­ble­men unse­rer Gemein­schaft. Hier sprießt viel­mehr Besitz­stands­den­ken, Kon­kur­renz­kampf und Missgunst.

Warum Kom­mu­nen unser Den­ken prägen

Nun sind Kom­mu­nen – wie bereits gesagt – laut Hüther die wich­tigs­ten Lern­orte für uns und unsere Kin­der. Denn laut Hüther kann man nie­man­den »bil­den«. Man kann nur Umstände schaf­fen, in denen bestimmte Erfah­run­gen mög­lich sind. Doch wel­che Erfah­run­gen machen Kin­der und Her­an­wach­sende in einer Gemein­schaft, in der Kon­kur­renz­den­ken, Macht­er­halt und Bewah­rung von Pri­vi­le­gien im Vor­der­grund ste­hen? Kin­der und Her­an­wach­sende ler­nen natür­lich, dass es nichts bringt, sich in einer Gemein­schaft zu enga­gie­ren, mit ein­an­der etwas zu errei­chen und sich um ein­an­der zu küm­mern – ja, viele wer­den viel­leicht sogar bezwei­feln, dass es über­haupt mög­lich ist.

Das Unprak­ti­sche ist nun, dass sich genau diese Erfah­run­gen in den Gehir­nen von Men­schen in Form neu­ro­na­ler Ver­net­zun­gen mani­fes­tie­ren. Je jün­ger wir sind, desto tief grei­fen­der sind diese Ver­schal­tun­gen. Je älter wir sind, desto schwie­ri­ger ist es, sie umzu­po­len. In jedem Fall aber sor­gen diese Ver­drah­tun­gen für Über­zeu­gun­gen und eine bestimmte Wahr­neh­mung der Welt. Das wie­derum führt dazu, dass sich die Welt auch in eben­diese Rich­tung ent­wi­ckelt. Wer eine feind­li­che und unwirt­li­che Umwelt erwar­tet, der erschafft sie zugleich auch.

Com­mu­nity Edu­ca­tion: Die posi­tive Kraft der Kommune

Umge­kehrt kön­nen gut funk­tio­nie­rende Kom­mu­nen aber auch Gehir­n­ent­wick­lun­gen ermög­li­chen, die wie­derum zu einer stär­ke­ren, krea­ti­ve­ren und sta­bi­le­ren Gemein­schaft füh­ren. Wich­tig ist laut Hüther dazu vor allem, Kin­dern und Jugend­li­chen die Lern­orte zu bie­ten, die sie dazu brau­chen. Und das sind Erwach­sene, die es Kin­dern ermög­li­chen, eigene Erfah­run­gen zu machen. Das setzt vor­aus, dass die Mit­glie­der Kom­mune ihre Fähig­kei­ten wert­schät­zen – und dass sie tat­säch­lich die Mög­lich­keit haben, in der Kom­mune etwas zu bewir­ken, ernst genom­men und gebraucht zu werden.

Wenn Kin­der und Jugend­li­che diese Erfah­run­gen machen kön­nen – und zwar nicht in punk­tu­el­len, zeit­lich befris­te­ten Pro­jek­ten, son­dern als essen­ti­el­les Fun­da­ment der Gemein­schaft –, dann kön­nen sie sich zu Erwach­se­nen ent­wi­ckeln, für die eigen­stän­di­ges, eigen­ver­ant­wort­li­ches und den­noch gemein­schaft­li­ches Han­deln eine selbst­ver­ständ­li­che Freude ist – und keine illu­sio­näre Uto­pie welt­frem­der Idealisten.

Fazit zum Buch

Mit sei­nem schma­len Büch­lein »Kom­mu­nale Intel­li­genz. Poten­ti­a­lent­fal­tung in Städ­ten und Gemein­den« gibt Gerald Hüther inter­es­sante Gedan­ken­an­stöße, um sich dem Thema »Kol­lek­tive Intel­li­genz« (teils auch fälsch­li­cher­weise als »Schwar­min­tel­li­genz« bezeich­net) anzu­nä­hern. Die Ansätze sind inter­es­sant – sie blei­ben aber lei­der auch an der Ober­flä­che. Zu pau­schal und ver­all­ge­mei­nert beschreibt Hüthers die Ent­wick­lung unse­rer Kom­mu­nen von ech­ten Gemein­schaf­ten – ent­stan­den um tat­säch­li­che Pro­bleme und Bedro­hun­gen in der Gemein­schaft zu lösen – hin zu ego­zen­tri­schen, aus­ein­an­der fal­len Verwaltungseinheiten.

Obwohl das Taschen­buch nur 125 Sei­ten lang ist, hat man nach der Lek­türe doch einer­seits das Gefühl, das Ganze hätte sich auch in wesent­lich weni­ger Sät­zen schrei­ben las­sen. Ande­rer­seits wünscht man sich, Hüther hätte die roten Fäden noch ein biss­chen wei­ter gespon­nen. Hätte sich in vie­ler­lei Hin­sicht noch ein biss­chen mehr in die Tiefe gedacht. Den­noch: Alle, die sich mit Gemein­schaf­ten, Kol­lek­ti­ver Intel­li­genz und dem aktu­el­len Wer­te­wan­del beschäf­tigen, denen sei die kurz­wei­lige Lek­türe wärms­tens empfohlen.

Gerald Hüther ist einer der bekann­tes­ten Gehirn­for­scher Deutsch­lands und bis­lang vor allem auf­grund sei­ner Kri­tik am herr­schen­den Bil­dungs­sys­tem in die Schlag­zei­len gera­ten. Nun befasst er sich mit der Frage, inwie­weit unser Zusam­men­le­ben unsere Gehirn­struk­tu­ren beein­flus­sen – und umgekehrt.

[Beschreibung: uchtipp für eine bessere Welt: Gerald Hüther Kommunale Intelligenz] Publiziert auf der Website fuereinebesserewelt.info